Allerheiligen, Volkstrauertag und Totensonntag 2026 – was ist der Unterschied?

Allerheiligen, Volkstrauertag und Totensonntag 2026 – was ist der Unterschied?

Wenn im Herbst die Tage kürzer werden und es draußen langsam stiller wird, beginnt auch auf den Friedhöfen eine ganz besondere Zeit. Die Gräber werden für Herbst und Winter vorbereitet, Grablichter werden entzündet und viele Menschen nehmen sich wieder ganz bewusst Zeit für ihre verstorbenen Angehörigen.

Dabei fallen immer wieder drei Begriffe: Allerheiligen, Volkstrauertag und Totensonntag. Sie liegen im Kalender relativ nah beieinander, haben aber unterschiedliche Hintergründe.

In meiner täglichen Arbeit als Floristin merke ich allerdings auch: Für viele meiner Kundinnen und Kunden steht weniger die genaue Bezeichnung des Gedenktages im Vordergrund. Viel wichtiger ist der Wunsch, einem geliebten Menschen einen schönen Platz zu gestalten und damit zu zeigen: Ich denke an dich.

Wann sind Allerheiligen, Volkstrauertag und Totensonntag 2026?

Allerheiligen ist 2026 am Sonntag, den 1. November. Es ist ein katholisches Hochfest und in Rheinland-Pfalz sowie einigen weiteren Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag.

Der Volkstrauertag fällt 2026 auf Sonntag, den 15. November. An diesem staatlichen Gedenktag wird insbesondere der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht.

Der Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag genannt, ist 2026 am Sonntag, den 22. November und gehört zur evangelischen Tradition. An diesem Tag wird der Verstorbenen gedacht.

Drei unterschiedliche Gedenktage also – und trotzdem verbindet sie etwas: das Erinnern.

Allerheiligen – für mich beginnt die Grabgestaltung schon viel früher

Allerheiligen ist in meiner Arbeit sicherlich der Gedenktag, den ich am stärksten merke. Meine Grabgestecke verkaufe ich zwar tatsächlich das ganze Jahr über, denn auch Geburtstage, Todestage und andere persönliche Tage sind für viele Menschen ein Anlass, das Grab neu zu gestalten.

Die Hauptsaison für Herbst- und Wintergestecke beginnt bei mir aber ungefähr Mitte September.

Ich würde sogar empfehlen, nicht erst Ende Oktober über den Grabschmuck für Allerheiligen nachzudenken. Viel entspannter ist es, bereits Ende September oder Anfang Oktober zu planen.

Anfang Oktober kann man die Grabstätte in Ruhe vorbereiten, alte Dekoration entfernen, Erde oder Steine auffrischen und schauen, was für die neue Jahreszeit benötigt wird. Das neue Grabgesteck kann bestellt werden und Mitte Oktober lässt sich das Grab dann ganz ohne Zeitdruck fertig gestalten.

Vielleicht kommt noch ein schönes Grablicht, eine Laterne oder ein Engel dazu – und dann ist die Grabstätte für Allerheiligen vorbereitet.

Mehr über die Gestaltung zu diesem Gedenktag habe ich bereits in meinem Beitrag Grabgestecke zu Allerheiligen – würdig erinnern mit Seidenblumen geschrieben.

Wann sollte ich mein Grabgesteck für Allerheiligen bestellen?

Das ist eine Frage, die ich jedes Jahr sehr häufig bekomme.

Unter normalen Bedingungen ist ein Gesteck bei mir meist innerhalb weniger Werktage angefertigt und unterwegs. In der Hochsaison sieht die Situation allerdings anders aus.

Ich fertige meine Grabgestecke selbst an, und gerade vor Allerheiligen kommen viele Bestellungen gleichzeitig. Zusätzlich muss natürlich die Versandzeit berücksichtigt werden. Auch bestimmte Blumen, Unterlagen oder Farben können kurz vor dem Feiertag bereits vergriffen sein.

Deshalb lautet meine Empfehlung ganz klar:

Bestellt euer Grabgesteck möglichst etwa drei Wochen vor Allerheiligen.

Dann haben wir auf beiden Seiten keinen Stress. Ich kann das Gesteck sorgfältig anfertigen und ihr habt genügend Zeit, es zu Hause anzusehen und anschließend in Ruhe auf dem Grab zu platzieren.

Eine Woche vor Allerheiligen wird es bei individuell angefertigten Arbeiten dagegen schnell knapp. Ich möchte lieber etwas früher planen, als am Ende versprechen zu müssen, dass etwas rechtzeitig eintrifft, obwohl Versand und Auftragslage das nicht mehr sicher zulassen.

Muss ich für Totensonntag wieder neu dekorieren?

Nein.

Das würde ich meinen Kundinnen und Kunden auch gar nicht empfehlen.

Wer sein Grab im Oktober schön für Herbst und Winter gestaltet hat, kann diese Dekoration selbstverständlich auch über Allerheiligen, Volkstrauertag und Totensonntag hinweg liegen lassen.

Ein gutes Herbst- oder Wintergesteck ist schließlich nicht für einen einzigen Tag gedacht.

Viele meiner Kundinnen und Kunden dekorieren ihre Grabstätte zweimal im Jahr neu: einmal für Frühling und Sommer und einmal für Herbst und Winter. Für mich ist das eine sehr schöne und praktische Lösung.

Das Wintergesteck kann – je nach Witterung, Standort und Material – häufig bis Ende Februar oder Anfang März liegen bleiben. Wenn die kalte Jahreszeit langsam endet, wird abgeräumt und die Grabstätte kann anschließend wieder frühlingshaft gestaltet werden.

Unterscheidet sich Grabschmuck für Allerheiligen und Totensonntag?

In meiner täglichen Arbeit eigentlich kaum.

Es mag regionale Unterschiede geben, aber bei meinen Kundinnen und Kunden kann ich keine klare floristische Trennung erkennen.

Es wird vielmehr ein Herbst- oder Wintergesteck ausgesucht, das zur Grabstätte und zum verstorbenen Menschen passt.

Sehr gern werden klassische Rot- und Dunkelrottöne gewählt. Besonders dunkle Amaryllis waren bei mir beispielsweise sehr beliebt. Aber auch Mauve- und Lilatöne wurden zuletzt häufig nachgefragt.

Ich bin jedes Jahr aufs Neue gespannt, welche Farben sich in der jeweiligen Saison durchsetzen.

Für mich muss ein Grabgesteck allerdings nicht irgendeiner vermeintlichen Trendfarbe entsprechen. Wenn eine bestimmte Farbe zu dem verstorbenen Menschen gehört oder den Angehörigen besonders gefällt, hat das für mich immer Vorrang.

Wer sich mit der Bedeutung verschiedener Blumen beschäftigen möchte, findet dazu auch meinen Beitrag Welche Blumen stehen wofür? Die Bedeutung beliebter Grabblumen.

Das Grablicht – ein kleines Licht mit großer Bedeutung

Ein Element gehört für mich zu dieser Jahreszeit besonders schön dazu: das Licht.

Ein brennendes Grablicht hat eine sehr tiefe Symbolik. Licht steht für mich für Erinnerung, Hoffnung und Leben. Gerade an dunkleren Herbst- und Wintertagen entsteht dadurch auf einer Grabstätte eine ganz besondere Atmosphäre.

Deshalb habe ich auch ein florales Windlicht gestaltet, das sich mit meinen Grabherzen und Grabgestecken kombinieren lässt und je nach Ausführung in Silber oder Gold erhältlich ist.

Hier könnt ihr mein florales Windlicht für die Grabgestaltung ansehen.

Wer keine offene Flamme verwenden möchte, kann natürlich auch eine geeignete LED-Kerze verwenden. Inzwischen gibt es sehr hochwertig gestaltete Varianten in Wachsoptik, die erstaunlich natürlich wirken können.

Manchmal ist der persönliche Gedenktag wichtiger als der Kalender

Vielleicht ist das einer der Punkte, die ich durch meine Arbeit besonders deutlich sehe. Grabgestecke werden bei mir nicht nur vor Allerheiligen bestellt.

Sie werden auch für Geburtstage gekauft. Für Todestage. Für Hochzeitstage. Oder einfach deshalb, weil jemand das Bedürfnis hat, das Grab eines geliebten Menschen neu zu gestalten.

Und ich glaube, genau darin liegt etwas sehr Schönes.Die offiziellen Gedenktage geben uns einen Anlass, innezuhalten. Aber Erinnerung lässt sich natürlich nicht auf bestimmte Termine im Kalender beschränken.

Gerade die kalte Jahreszeit ist für viele Menschen eine ruhigere Zeit. Man ist mehr zu Hause, die Tage werden kürzer und vielleicht werden dadurch auch Erinnerungen wieder stärker.

Dann entsteht manchmal einfach der Herzenswunsch, einem Menschen, den man vermisst, noch einmal etwas Schönes zu schenken.Für mich wiegt dieser persönliche Gedanke mindestens genauso schwer wie das Datum auf dem Kalender.

Ein frischer Blumenstrauß darf zwischendurch etwas ganz Besonderes sein

Auch wenn ein dauerhaftes Grabgesteck mehrere Monate liegen kann, muss das Grab natürlich nicht die komplette Saison unverändert bleiben.

Zu einem Geburtstag oder Todestag finde ich beispielsweise einen zusätzlichen frischen Blumenstrauß sehr schön.

Gerade eine frische Blume trägt noch einmal eine ganz eigene Symbolik in sich. Sie blüht, verändert sich und vergeht.

Vielleicht erinnert sie uns dadurch auch ein wenig daran, dass das Leben selbst vergänglich ist.

Diese Kombination gefällt mir: Ein dauerhaftes Gesteck sorgt für eine schöne und gepflegte Grundgestaltung, während eine frische Blume an einem persönlichen Gedenktag noch einmal einen besonderen Akzent setzen kann.

Rechtzeitig bestellen bedeutet auch mehr Auswahl

Gerade vor Allerheiligen möchte ich noch einen praktischen Punkt erwähnen.

Wer früh bestellt, hat nicht nur weniger Stress, sondern meist auch mehr Auswahl.

Ich arbeite mit vielen unterschiedlichen Blumen, Farben und Unterlagen. In der Hochsaison kann es jedoch passieren, dass einzelne Materialien nicht mehr verfügbar sind.

Wer einen besonderen Farbwunsch, eine bestimmte Größe oder eine individuelle Kombination möchte, sollte deshalb lieber früher bestellen.

Bei vielen meiner Grabgestecke kann ich Wunschfarben und unterschiedliche Größen umsetzen. Wenn ihr euch bei der richtigen Größe für eure Grabstätte unsicher seid, dürft ihr mir auch gerne ein Foto oder die Maße schicken.

Für mich ist diese Zeit anstrengend – und trotzdem eine der schönsten

Natürlich ist die Zeit vor Allerheiligen körperlich anstrengend.

In meiner Werkstatt ist dann unglaublich viel los. Ich fertige, kontrolliere, verpacke, beantworte Nachrichten und kümmere mich darum, dass die Bestellungen rechtzeitig auf den Weg gehen.

Aber gleichzeitig gehört diese Jahreszeit für mich zu den schönsten Zeiten meines Berufs.

Draußen darf es ruhig stürmen, regnen oder sogar schon schneien. Drinnen steht vielleicht eine Tasse Tee oder Kaffee neben mir, eine Kerze brennt und vor mir entsteht Stück für Stück ein neues Gesteck.

Und ich weiß dabei, dass dieses Werkstück später auf dem Grab eines geliebten Menschen liegen wird.

Dass vielleicht jemand davorsteht und ein wenig Trost darin findet.

Das empfinde ich auch nach all den Jahren noch als sehr erfüllend.

Floristik kann Dinge ausdrücken, für die uns manchmal die Worte fehlen.

Vielleicht liebe ich meinen Beruf genau deshalb noch immer so sehr.

Für mich sind Blumen eine der schönsten Sprachen, um Erinnerung sichtbar zu machen.

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